Klima und Energie
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| - Naturnahe Lage der Gemeinden: gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien (Solar, Biomasse, kleine Wasserkraftanlagen) | - Mangelnde personelle Kapazitäten für Planung und Umsetzung von Klimaschutzprojekten - Geringe Akzeptanz mancher Maßnahmen (z. B. Windkraftanlagen, Energieerzeugung in sensiblen Landschaften) |
| Chancen | Risiken / Verwundbarkeit |
| - Energieeffizienz und Einsparpotenziale bei öffentlichen Gebäuden und Infrastruktur - Regionale Wertschöpfung durch lokale Energieproduktion und Energiegenossenschaften |
- Widerstand der Bevölkerung gegen bestimmte Energieträger oder Infrastrukturprojekte - Abhängigkeit von Fördermitteln und politischen Rahmenbedingungen |
Die Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende betreffen den ländlichen Raum in besonderer Weise – als Lebensraum, als Wirtschaftsstandort und als Akteur mit bedeutenden natürlichen Ressourcen. Im Handlungsfeld „Klima und Energie“ geht es darum, die Region zukunftssicher und resilient zu gestalten. Dabei stehen Klimaschutz, Klimaanpassung, Energieautarkie und der bewusste Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen im Mittelpunkt.
Ein wesentliches Ziel ist der Aufbau nachhaltiger Versorgungsstrukturen für Strom und Wärme auf Basis regionaler Ressourcen. Die Region soll mittelfristig in die Lage versetzt werden, sich bilanziell selbst mit Energie zu versorgen. Dazu braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch gemeinsame Strategien, Akzeptanz vor Ort und klare Rahmenbedingungen. Die Versorgung muss ökologisch tragfähig, wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht organisiert sein.
Parallel dazu steht die gesamte Region in der Verantwortung, einen spürbaren Beitrag zu Erreichung übergeordneter Klimaziele zu leisten. Der Übergang zu einer nachhaltigen Energienutzung erfordert ein verändertes Bewusstsein – nicht nur bei den Kommunen, sondern auch in Betrieben, Haushalten und landwirtschaftlichen Strukturen. Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen, Maßnahmen zur Einsparung von Energie und der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsformen sind dabei zentrale Bestandteile eines gemeinsamen Wandlungsprozesses.
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Bewusstseinsbildung. Denn die große Transformation beginnt im Kleinen – bei den Menschen selbst. Informationsangebote, Bildung, Beteiligung und sichtbare Vorbilder sollen dazu beitragen, die Bevölkerung mitzunehmen und eine gemeinsame Haltung zum Thema Klimaschutz und Energienutzung zu entwickeln. Der Wandel kann nur gelingen, wenn er gesellschaftlich mitgetragen wird.
Gleichzeit rückt auch die Klimaanpassung stärker in den Fokus. Der Klimawandel ist bereits Realität – mit Folgen, die zunehmend spürbar werden: extreme Wetterereignisse, längere Trockenperioden, Überflutungen, Hitzebelastungen. Hier braucht es regionale und lokale Strategien, um frühzeitig zu reagieren, präventiv zu handeln und technische wie planerische Maßnahmen zu entwickeln, die die Widerstandsfähigkeit erhöhen und Schäden vorbeugen.
Ein ergänzender Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Eine nachhaltige Regionalentwicklung kann nur gelingen, wenn sie auf ein intaktes ökologisches Fundament baut. Deshalb soll eine regionale Biodiversitätsstrategie entwickelt werden, die die Vielfalt von Lebensräumen und Arten fördert, natürliche Prozesse stärkt und ökologische Qualität mit landschaftlicher und kultureller Identität verbindet.
Das Handlungsfeld „Klima und Energie“ ist damit als ein technisches oder ökologisches Zukunftsthema – es ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche kommunalen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns betrifft. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, Gestaltungsspielräume zu nutzen und gemeinsam den Weg in eine lebenswerte, sichere und nachhaltige Zukunft zu beschreiten.
Entwicklungsziele und Maßnahmen
| Entwicklungsziel | Maßnahmen |
|---|---|
| Entwicklung einer Strategie zum Aufbau einer nachhaltigen Versorgungsstruktur (Strom und Wärme) unter Nutzung der regionalen Potenziale im Sinne der Prozessbegleitung durch die ILE | - Gemeinsame kommunale Wärmeplanung - Präsentation der Ergebnisse gemeinsam durch die ILE - Durchführung einer Klausurtagung zur Entwicklung der weiteren gemeinsamen Strategie nach Ergebnisvorlage der kommunalen Wärmeplanung (z.B. Potenziale von Holz und Wasserkraft) - Laufende Beobachtung der weiteren Entwicklungen (z.B. Betreibermodelle und Betriebsmodelle und Technik) - Durchführung von Exkursionen zur Marktbeobachtung (neue Technologien und Entwicklungen) |
| Erreichen der vorgegebenen Klimaziele und Schaffung einer bilanziellen Energieautarkie | - Bestandsaufnahme Energienutzungsplan für die ILE (Wärme aus KWP, Strom fehlt derzeit) bilanziell, Abstimmung mit Klimaschutzkonzepten (Maßnahmenabgleich) - Durchführung einer Klausurtagung zur Entwicklung der weiteren gemeinsamen Strategie nach Ergebnisvorlage der kommunalen Wärmeplanung - Laufende Beobachtung der weiteren Entwicklung (Ausbau EE, Speichersysteme) - Durchführung von Exkursionen zur Marktbeobachtung (Pumpspeicher Reisach, etc.) |
| Sachliche Bewusstseinsbildung, d.h. Offenheit und Verständnis für die Themen wecken bei der Bevölkerung (Energiesparen, Energieoptimierung, Energieerzeugung / Energiebewusstsein) | - Durchführung von regelmäßigen Informationsveranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger - Sichtbarmachung von Best-Practice-Beispielen unter aktiver Einbindung von Schulen und Kindergärten - Entwicklung notwendiger Marketingmaterialien für die Presse- und Bewusstseinsarbeit - Entwicklung von Wettbewerbs- und Ideenformaten für die junge Zielgruppe (Technik zum Anfassen) in Kooperation mit anderen z.B. Nationalpark |
| Entwicklung einer Strategie/Konzepts zur Gefahren- und Folgeabschätzung durch klimatische Veränderungen: technische Lösungen zur Prävention | - Bedarfs- und Betroffenheitsanalyse → Strategieentwicklung zur gemeinsamen Prävention und Schadensreaktion (Kooperationsräume innerhalb der ILE finden) - Unwettervorsorge, d.h. vorhandene Infrastruktur gemeinsam nutzen im Schadensfall - Versorgungsstrukturen (z.B. Wasser) |
| Entwicklung einer Biodiversitätsstrategie (Flächen, Insekten, Artenvielfalt, ökologische Vielfalt) / ILE als Vorbild für Bürger | - Strategieentwicklung - Flächenbewirtschaftung und Saatgut durch Bauhöfe - Saatgut Insektenfreundlich für öffentliche Liegenschaften - Angebote/Führungen für Bürgerinnen und Bürger, niederschwellige Infoformate - Verschiedene Wasserkraftwerke in der ILE (z.B. Flusswanderweg Bayerisch Eisenstein), Maßnahmen sichtbar machen (Wanderweg) – Auswirkungen auf Natur (Best-Practice-Beispiele, historisch, technisch, biologisch), d.h. öffentliche Dokumentation |

