Kultur und INNENENTWICKLUNG
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| - Lebendige lokale Kultur - Identifikation der Bevölkerung - Hohe Motivation von Ehrenamtlichen |
- Leerstand und rückläufige Ortskerne - Begrenzte finanzielle Ressourcen |
| Chancen | Risiken / Verwundbarkeit |
| - Digitale Präsentation von Kultur und Innenentwicklung - Ortskerne beleben durch Kombination aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gastronomie - Nachhaltige Nutzung von Leerstand: Co-Working-Spaces, Ateliers, Mehrgenerationenprojekte, Workation |
- Fortschreitende Abwanderung und demografischer Wandel schwächen Ortskerne - Widerstand gegen Veränderung (z. B. Modernisierung historischer Gebäude) |
Eine lebendige Kultur und attraktive, funktional gestaltete Ortskerne sind zentrale Voraussetzungen für Lebensqualität, regionale Identifikation und zukunftsfähige Entwicklung im ländlichen Raum. Im Handlungsfeld „Kultur und Innenentwicklung“ wird daher angestrebt, kulturelles Leben aktiv zu fördern, bestehende Potenziale zu vernetzen und gleichzeitig den Fokus auf eine nachhaltige Nutzung der Ortskerne legen.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem weiteren Aufbau einer tragfähigen kulturellen Struktur. Die es ermöglicht, Themen und Projekte und Initiativen unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Kunst, Kultur und kreativem Engagement zu erhöhen und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. Dabei spielt die Vernetzung von Kulturschaffenden und ehrenamtlich Engagierten eine entschiedene Rolle: durch Austausch, Kooperationen und gemeinsame Plattformen können neue Impulse entstehen und das kulturelle Leben dauerhaft gestärkt werden.
Zugleich eröffnen überregionale Projekte wie die Landesausstellung „Musik in Bayern“ wertvolle Chancen, die Region kulturell, touristisch und wirtschaftlich zu profilieren. Solche Großveranstaltungen können als Impulsgeber dienen, um lokale Themen sichtbar zu machen und das Bewusstsein für kulturelle Werte in der Bevölkerung zu vertiefen.
Kulturarbeit und Innenentwicklung greifen dabei unmittelbar ineinander: Attraktive Ortskerne profitieren von einem aktiven Gemeindeleben, und umgekehrt braucht kulturelles Engagement geeignete Räume, sichtbare Orte und öffentliche Aufmerksamkeit. Das bedeutet, dass Leerstand nicht nur baulich, sondern auch sozial verstanden werden muss – als Chance, neue Nutzungsideen zu entwickeln, gemeinschaftliche Räume zu schaffen oder kulturelle Zwischennutzungen zu ermöglichen.
Ein systematisches Leerstandsmanagement ist daher ein zentrales Element dieses Handlungsfeldes. Es unterstützt Kommunen dabei, Strategien für den Erhalt und die Wiederbelebung ihrer Ortskerne zu entwickeln. Flankierend sollen auch neue Wege im Bauwesen gefördert werden, z.B. durch die Etablierung des Konzepts „Einfaches Bauen“, dass ressourcenschonend, funktional und bezahlbar ist – besonders interessant für junge Menschen, Familien oder neue Wohnformen.
Die Stärkung der Ortskerne und eine konsequente Innenentwicklung sind zentrale Ziele der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Sie fördern attraktive, funktionale und lebendige Ortszentren und reduzieren den Flächenverbrauch im Außenbereich.
Orts- und Innenentwicklung ist eng mit Mobilität, Grundversorgung, Wirtschaft, Energie, sozialem und kulturellem Leben sowie Landschaft verbunden. Durch koordinierte Maßnahmen auf kommunaler und interkommunaler Ebene können Synergien genutzt, Ressourcen geschont und Folgekosten vermieden werden.
Wichtige Instrumente sind Dorferneuerung, „Innen statt Außen“ und die Sanierung bzw. Aktivierung von Leerständen. Ziel ist ein differenziertes Wohnangebot, moderne Infrastruktur und eine langfristige Belebung der Ortskerne, unterstützt durch private und öffentliche Investitionen.
Die Umsetzung stärkt die regionale Identität, erhöht die Lebensqualität und trägt zu einer resilienten, zukunftsfähigen Regionalentwicklung bei.
Darüber hinaus wird die Stärkung des Regionalbewusstseins als Querschnittsziel verfolgt. Durch kulturelle Bildungsangebote, regionale Projekte und gemeinsame Aktionen soll ein stärkeres Wir- Gefühl entstehen, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert und die Eigenverantwortung vor Ort stärkt.
Insgesamt verfolgt das Handlungsfeld „Kultur und Innenentwicklung“ das Ziel, den ländlichen Raum baulich zu gestalten und inhaltlich zu beleben: durch kulturelle Vielfalt, gemeinschaftliche Prozesse, kreative Nutzung bestehender Strukturen und eine neue Wertschätzung für das, was bereits da ist.
Entwicklungsziele und Maßnahmen
| Entwicklungsziel | Maßnahmen |
|---|---|
| Fortsetzung des Aufbaus einer inhaltlichen Struktur mit Themenfelder / Kategorien für die Umsetzung Projekt „Aller.land“ sowie Stärkung und Vernetzung der Akteure im Bereich Kunst und Kultur | - Einmal jährliche Durchführung eines Kulturforums - Aufbau Künstlernetzwerk (regional und überregional) - Aufbau Künstlerbörse/Kulturmacherbörse - Aufbau Bibliothek der Dinge/Ausstattungsbörse - Etablierung eines gemeinsamen Jahreskultur- und Teilhabeprogramms - Gründung eines regionalen Kulturbüros gemeinsam mit der ILE Ilzer Land e. V. - Etablierung beteiligungsorientierter Kulturvorhaben („Kultur zum Mitmachen“) |
| Potenziale der Landesausstellung „Musik in Bayern“ in der ILE nutzbar machen | - Entwicklung von verschiedenen Angeboten und Veranstaltungen in enger Kooperation mit der FNBW GmbH (ILE als Impulsgeber) - Schaffung von Schnittstellen zu Plattformen der Bayerischen Landesausstellung (Eintrag von Terminen, Vernetzung von Museen und Galerien, etc.) - Übernahme und Durchführung von Veranstaltungen der „Bayerischen Landesausstellung“ (nur für FRG-Gemeinden möglich) |
| Vertiefung und Förderung des Regionalbewusstseins | - Einforderung von Eigeninitiative von den Akteuren der Region - Förderung von Eigeninitiative mithilfe des ILE-Regionalbudgets - Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Durchführung von Einrichtungs-, Atelier- bzw. Probenbesuchen vgl. Betriebsbesichtigungen mit Regierungspräsidenten, Veröffentlichung und Nutzung von ortsbildprägenden Bauten zur Baukultur und Identität) |
| Leerstandsmanagement verstetigen | - Beibehaltung der baubegleitenden Beratungen (Abschluss Rahmenvereinbarung, Förderung über HF-Innenentwicklung) - Nutzung von räumlichen Ressourcen und Potenzialen, insbesondere von bestehenden Leerständen - Fortsetzung der konzeptionellen Bewusstseinsbildung zur Innenentwicklung (regelmäßige Informationsveranstaltungen zu den Fördermöglichkeiten und steuerlichen Erleichterungen bei der Innenentwicklung wie z.B. Erben, Übergabe, Sanieren, in Wert setzen, „einfaches“ Sanieren - Fortsetzung der Leerstands- und Fassadenprogramme auf Gemeindeebene als Selbstverpflichtung - Fortsetzung Bewusstseinsbildung an Schulen - Kultur im Leerstand Formate ausprobieren - ILE-Gestaltungspreis für erfolgreiche Projekte der Innenentwicklung und Darstellung und Vermarktung im Netz und Website |
| Etablieren „Einfaches Bauen“ | - Durchführung von Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung (einfaches Bauen und einfaches Sanieren als Themen) - Unterstützung der Mitgliedsgemeinden zur Umsetzung konkreter Projekte (kommunales Bauen und Sanieren) |

